Vereinschronik
Die SpVgg Brennet-Öflingen 1912 e.V. blickt auf eine über 110-jährige Geschichte zurück, die von sportlichen Erfolgen, Gemeinschaftsgeist und regionaler Verbundenheit geprägt ist. Hier sind einige bedeutende Meilensteine:
1912 - 1940er
Gründung und frühe Jahre
- 1912 – Gründung der SpVgg Brennet-Öflingen 1912 e.V.
Im Jahr 1912 legte Wilhelm Eichsteller, ehemaliger Unterlehrer an der Schule in Öflingen, den Grundstein für die heutige SpVgg Brennet-Öflingen. Mit viel Engagement versammelte er eine Gruppe fußballbegeisterter junger Männer und stellte die erste Mannschaft des Vereins auf die Beine. Um dem Sport eine Heimat zu geben, wandte man sich mit einem offiziellen Gesuch an das Adelsgeschlecht der Freiherren von Schönau-Wehr. Diese zeigten sich wohlwollend und stellten das Gelände der heutigen Hardtsiedlung als ersten Spielplatz zur Verfügung - 1919 – Der Erste Weltkrieg und seine Folgen
Während des Ersten Weltkriegs mussten sämtliche Spieler zum Wehrdienst einrücken, wodurch der Spielbetrieb vollständig zum Erliegen kam. Nach Kriegsende fanden sich die heimgekehrten Soldaten, trotz der erlebten Schrecken, wieder zusammen. Da das Gelände in der Hardtsiedlung nicht mehr genutzt werden durfte – die Gemeinde hatte das Ballspielen auf Wiesen untersagt – fand man in der Kressmatt auf einem Grundstück der Buntweberei Brennet eine neue Spielstätte. 1920 – Tragödie in Murg
Ein schwerer Schicksalsschlag traf den Verein bei einem Spiel im benachbarten Murg: Spieler Hans Walcher stieß unglücklich mit dem gegnerischen Torwart zusammen und verstarb noch auf dem Spielfeld. Zu seinem Gedenken wurde später der heutige Rasenplatz in Brennet nach ihm benannt. Nach dem tragischen Ereignis gab man das Spielfeld an die Buntweberei zurück und der Spielbetrieb wurde vorübergehend eingestellt.Die 1920er Jahre – Aufschwung und Entwicklung
Im Jahr 1922 nahm die SpVgg den Spielbetrieb wieder auf. Nikolaus Hüttner, Kapitän der ersten Mannschaft, wurde zum ersten Vereinsvorstand gewählt. Bereits ein Jahr später konnte unter der neuen Führung von Hermann Thomann ein neuer Sportplatz an der Bundesstraße zwischen Brennet und Wallbach feierlich eröffnet werden. Unter der Leitung von Wilhelm Thomma, der den Verein ab 1924 führte, begann eine Phase des Aufschwungs: Zwei aktive Mannschaften wurden gemeldet und die erste Mannschaft stieg in die Kreisliga A auf – ein beachtlicher Erfolg für einen kleinen Dorfverein. Ebenfalls unter seiner Leitung wurde die erste Jugendmannschaft ins Leben gerufen.1932–1945 – Kriegszeit und Unterbrechung
Aus der Zeit unter den Vorständen Emil Strittmatter, Alfons Morath und Dr. Wagner ist nur wenig überliefert, doch wurde allen dreien ein hohes Maß an Zielstrebigkeit, Geradlinigkeit und organisatorischem Geschick nachgesagt. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kam der Spielbetrieb ab 1941 erneut zum Erliegen, da viele junge Männer zum Kriegsdienst für das NS-Regime eingezogen wurden.1945–1949 – Neuanfang nach dem Krieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Verein vor großen Herausforderungen: Nicht nur fehlte ein eigener Sportplatz – auch viele Söhne und Väter kehrten nicht oder nur schwer verwundet von der Front zurück. In dieser schwierigen Zeit übernahm Karl Pfirsching den Vorsitz und bemühte sich um den Wiederaufbau des Vereinslebens. Der benachbarte FC Wehr zeigte große Solidarität und stellte der SpVgg seinen Sportplatz zur Verfügung – ein Zeichen der engen Verbundenheit beider Vereine. Dank der zusätzlichen Unterstützung durch ausländische Spieler konnte der Spielbetrieb 1946 wieder aufgenommen werden. 1949 wurde Alfons Thomann zum ersten Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Leitung wurde eine Damen-Handballmannschaft gegründet, die 1950 sogar um die südbadische Meisterschaft spielte. Über ihren weiteren Werdegang ist leider nichts überliefert.
1950er - 1980er
Aufbaujahre und regionale Turniere
- Die 1950er Jahre – Stabilität, Anerkennung und neue Wege
In den 1950er Jahren übernahm Alfred Weber das Amt des ersten Vorsitzenden der SpVgg Brennet-Öflingen – eine Rolle, die er über viele Jahre hinweg mit großem Engagement ausfüllte. Unter seiner Führung wurden Nikolaus Hüttner und Karl Denk als erste Mitglieder für ihre außerordentlichen Verdienste zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Zusätzlich wurde Nikolaus Hüttner mit der silbernen Ehrennadel des Südbadischen Fußballverbands (SBFV) ausgezeichnet.Ein wichtiger Meilenstein dieser Dekade war die Eintragung des Vereins in das offizielle Vereinsregister, ein bedeutender Schritt hin zur strukturellen Festigung des Vereins. Ebenfalls in dieser Zeit wurde das Vereinsgelände offiziell in „Hans-Walcher-Sportplatz“ umbenannt – ein ehrendes Gedenken an den 1920 verstorbenen Spieler.
Zwischen 1951 und 1954 bildete die Vereinsführung finanzielle Rücklagen für ein neues Sportplatzprojekt. Die Lage des bisherigen Platzes an der stark befahrenen Bundesstraße wurde zunehmend problematisch und entwickelte sich zu einem politischen Thema. Schließlich fand man ab 1954 eine neue Spielstätte im „Brennet-Garten“, einem Gelände, das im Rahmen eines Geländetauschs mit der katholischen Kirche gewonnen werden konnte.
Ein weiteres Kapitel Vereinsgeschichte wurde 1956 geschrieben: Auf Initiative von Alfred Brendel, dem damaligen Vorsitzenden des FC Wehr, wurde der traditionsreiche Wehratalpokal ins Leben gerufen. Die SpVgg Brennet-Öflingen war eine der Gründungsmannschaften, gemeinsam mit dem FC Wehr und dem FC 08 Bad Säckingen.
- Die 1960er Jahre – Ein neuer Platz für eine neue Zeit
Ein Jahrzehnt später wurde erneut ein Sportplatzwechsel notwendig, da der Bau der Umgehungsstraße das bisherige Gelände unbrauchbar machte. In enger Zusammenarbeit mit dem Straßen- und Wasserbauamt entstand der neue Hans-Walcher-Sportplatz im Gewann Klein-Hasel, der im Jahr 1964 feierlich eingeweiht wurde. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte verfügte man nun nicht nur über ein Spielfeld, sondern auch über eigene Umkleide- und Waschräume.Ein ganz wesentlicher Förderer dieses Projekts war der damalige Öflinger Bürgermeister Emil Öschger, der sich mit Nachdruck für Planung, Durchführung und Finanzierung des Bauvorhabens einsetzte. 1965 begannen die Aushubarbeiten, 1966 konnte das Richtfest gefeiert werden. In einer bemerkenswerten Kraftanstrengung wurde der Rohbau in nur drei Monaten fertiggestellt – der Innenausbau dauerte bis 1967 an.
Dabei trugen vor allem die 6.000 freiwilligen Arbeitsstunden, die von 110 Helfern und Handwerkern unentgeltlich geleistet wurden, wesentlich zur Senkung der Baukosten bei. So konnte man bei der Innenausstattung auf Qualität und Funktionalität setzen. Die feierliche Einweihung am 8. Juli 1967 wurde zu einem besonderen Ereignis, bei dem Bürgermeister Öschger seine Rede mit den Worten eröffnete:
„Das Alte fällt, und neues Leben blüht aus den Ruinen.“
– eine eindrucksvolle Anspielung auf den Verlust des alten Platzes durch den Straßenbau und den gleichzeitigen Aufbruch in eine neue Ära. Für ihre herausragenden Leistungen beim Bau erhielten Alfred Weber, Magnus Schwitzler, Max Henle und Georg Schmidt die Ehrenmitgliedschaft.
- Die 1970er Jahre – Sportlicher Tiefpunkt
Sportlich verlief das Jahrzehnt eher ernüchternd: Die SpVgg dümpelte in den unteren Ligen und stieg schließlich bis in die unterste Spielklasse ab. Trotz sportlicher Flaute blieb der Verein aktiv und engagiert, mit starkem Zusammenhalt in der Gemeinschaft. - Die 1980er Jahre – Die goldene Ära beginnt
Ab 1983 übernahm Erhard Bauer die Vereinsführung und leitete damit eine der erfolgreichsten Epochen in der Geschichte der SpVgg ein. Bereits 1982 war der Aufstieg in die Kreisliga A gelungen, 1983 folgte der direkte Wiederaufstieg in die Bezirksliga – ein beachtlicher Erfolg für den Verein.Doch das Erfolgsjahr wurde auch von einer Tragödie überschattet: Im September 1983 verunglückte der langjährige Torhüter Hein Esser tödlich bei einem Arbeitsunfall – ein schwerer Verlust für die gesamte Vereinsfamilie.
Dennoch zeigte die Mannschaft große Stärke: Im ersten Bezirksligajahr sorgte das Team für Aufmerksamkeit – auch dank des legendären „100er Clubs“, bestehend aus Hartmut Stotzka, Bernd Schmidt und Eckhard Neubert, deren gemeinsames Alter exakt 100 Jahre betrug. Vor über 700 Zuschauern im heimischen Hans-Walcher-Stadion gelang ein vielumjubelter 3:0-Sieg gegen den Rivalen FC Wehr.
1985 errang die SpVgg erstmals den Wehratalpokal, ein Erfolg, der 1988 erneut wiederholt werden konnte – ein Zeichen für die sportliche Klasse und den Teamgeist dieser Generation.
1990er - 2010er
Sportliche Erfolge und Jugendförderung
Die 1990er Jahre – Rückschläge und Neuausrichtung
Nach mehreren erfolgreichen Jahren in der Bezirksliga musste die SpVgg Brennet-Öflingen 1990 den Abstieg hinnehmen – der sportliche Höhenflug war zunächst beendet. Ein Wechsel in der Vereinsführung folgte: 1992 übernahm Rudi Moser das Amt des ersten Vorsitzenden. Nach seinem Rücktritt im Jahr 1994 führte Peter Backschat den Verein interimsweise, bis 1995 mit Ingo Kugelmann ein junger, dynamischer Vorsitzender gewählt wurde – gerade einmal 25 Jahre alt.Unter seiner Leitung und mit einem engagierten Team aus erfahrenen und jungen Vorstandsmitgliedern fand der Verein zurück in ruhiges Fahrwasser. Es begann eine Phase der Konsolidierung und Neuausrichtung, bei der das Miteinander im Verein zunehmend in den Vordergrund rückte.
Die 2000er Jahre – Zwischen Pokalglanz und Konzentration aufs Vereinsleben
Im Jahr 2000 konnte die SpVgg sportlich nochmals für Aufsehen sorgen: Als „Pokal-Schreck“ erreichte die Mannschaft überraschend das Finale des Bezirkspokals – auch wenn der große Coup am Ende verwehrt blieb. Immerhin ermöglichte dieser Erfolg die Teilnahme am Verbandspokal im darauffolgenden Jahr – ein Achtungserfolg für den Verein.Sportlich verlief der weitere Verlauf des Jahrzehnts eher ruhig. Im Jahr 2005 stieg die erste Mannschaft in die Kreisliga B ab, was zur Folge hatte, dass der Fokus zunehmend auf das Vereinsleben und die Gemeinschaft gelegt wurde. Trotz sportlicher Flaute blieb der Verein ein fester Bestandteil im sozialen und kulturellen Gefüge der Region.
Die 2010er Jahre – Jugend, Aufschwung und ein stolzes Jubiläum
In den 2010er Jahren setzte die SpVgg Brennet-Öflingen ein starkes Zeichen in der Nachwuchsförderung. Zwei zentrale Säulen dieser Arbeit waren das Magnus-Schwitzler-Turnier sowie die etablierte Kooperation mit dem SC Freiburg – beide Veranstaltungen sind auch heute noch fester Bestandteil des Vereinskalenders und ziehen viele junge Fußballerinnen und Fußballer an.Auch auf dem Platz konnte der Verein wieder Erfolge feiern: In der Saison 2012/2013 gelang der Meistertitel in der Kreisliga B und damit der verdiente Aufstieg in die Kreisliga A. Nur drei Jahre später – in der Saison 2015/2016 – folgte mit einer stark durch Eigengewächse geprägten Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga, ein beachtlicher Erfolg für den Verein.
Ein besonderes Highlight war das Jahr 2012, in dem die SpVgg ihr 100-jähriges Bestehen feierlich beging. Zu diesem Anlass entstand auch die vorliegende Vereinschronik, liebevoll und mit viel Engagement erstellt von André Schmieder, dem damaligen Schriftführer. Seine akribische Arbeit machte es möglich, dass die bewegte Geschichte des Vereins in dieser Form bewahrt und dokumentiert wurde.
Im Jahr 2019 konnte die SpVgg einen weiteren Höhepunkt feiern: Nach 31 Jahren wurde erneut der Wehratalpokal gewonnen – ein emotionaler und sportlich bedeutender Moment in der jüngeren Vereinsgeschichte.
2020 - 2025
Kooperation mit dem FC Wehr
2020 – Gründung der Spielgemeinschaft SG FC Wehr-Brennet
Um Synergien zu nutzen und den Fußball im Wehratal zu stärken, gründete die SpVgg Brennet-Öflingen gemeinsam mit dem FC Wehr die Spielgemeinschaft SG FC Wehr-Brennet. Ziel war es, Ressourcen effizient zu bündeln, den Spielbetrieb nachhaltig zu sichern und den Nachwuchsbereich beider Vereine gemeinsam weiterzuentwickeln. Die SG erwies sich rasch als sportlich erfolgreich und organisatorisch zukunftsorientiert.
2023 – Krisenjahr und Neuausrichtung
Im Jahr 2023 sah sich die SpVgg Brennet-Öflingen mit einer schweren Krise konfrontiert: Der Verein stand kurz vor der Liquidation. In dieser prekären Lage erklärte sich Max Schramm bereit, für neun Monate das Amt des 1. Vorsitzenden zu übernehmen. Mit großem Einsatz hielt er den Verein handlungsfähig. Im Anschluss an seinen Rücktritt wurde ein neues Vorstandsteam gewählt – bestehend aus Mitgliedern der alten Garde und engagierten jungen Kräften, die gemeinsam das Ziel verfolgten, den Verein zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen.
2024 – Bezirkspokalsieg und neuer Vorsitzender
Sportlich konnte die SG FC Wehr-Brennet im Jahr 2024 ihren größten Erfolg feiern: Den Sieg im SBFV-Bezirkspokal, errungen im Endspiel in Efringen-Kirchen. Ein herausragender Moment in der jüngeren Vereinsgeschichte.
Im Juli wurde Markus Metzger auf der Generalversammlung zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Zugleich verkündete der Verein das offizielle Ende der Spielgemeinschaft mit dem FC Wehr im Sommer 2025. Nach fünf gemeinsamen Jahren trennen sich die Wege wieder – in gutem Einvernehmen und mit dem festen Willen, in Eigenständigkeit weiter am Aufbau des Vereins zu arbeiten.
Sommer 2025
Neuausrichtung, Infrastruktur und Gründung eines Fördervereins
Zurück zu den Wurzeln – bereit für Neues
Mit dem Ende der Spielgemeinschaft mit dem FC Wehr schlägt die SpVgg Brennet-Öflingen ein neues Kapitel ihrer Vereinsgeschichte auf. Ab der Saison 2025/2026 gehen wir wieder mit zwei eigenständigen Herren Mannschaften an den Start.
Parallel dazu investiert die SpVgg in die Zukunft: Das Clubheim wird umfassend saniert und auch der Kabinentrakt erfährt eine grundlegende Modernisierung.
Grüdung eines Fördervereins
Am 10.10.2025 wurde im Sportheim Geschichte geschrieben! 13 engagierte Gründungsmitglieder — Markus Metzger, Wolfgang Endler, Marcel Leitner, Silvio Fratamico, Nicole Schmidt, Melissa Heinz, Daniela Mentele, Max Scheidhauer, Nico Hermann, Adrian Klöcker, Marc Schick, Timo Metzger und Patrick Böhler — haben den Förderverein der SpVgg Brennet-Öflingen 1912 e.V. ins Leben gerufen!